Pfarrgemeinde- und Pfarrgemeinderats-Klausuren

Pfarr-Gemeinde-Tage

mit dem Thema

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finden statt wie folgt:

 

Termin folgt

von 9.00 Uhr

 

 

 

Ort: folgt

 

mit Begleitung

 

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Anmeldeschluss:

 

6. 10. 2018 Pfarrgemeindetage - Wanderndes Gottesvolk, gemeinsam unterwegs

Die Mohr hat ihre Schuldigkeit getan,

….die Mohr kann gehen. Wobei sie durchaus wiederkommen kann, bzw. sollte. Nämlich Ingrid Mohr, in der Bibelpastoral der Erzdiözese tätig, die diesjährige Begleiterin unserer Gemeindetage am 6. und 7. Oktober 2018 im Don Bosco Haus.

 

Noch zutreffender wäre das Originalzitat aus „Die Verschwörung des Fiesco zu Genua“, welches lautet:„Der Mohr hat seine Arbeit getan, der Mohr kann gehen“. Ja, ihre Arbeit hat Ingrid Mohr mit Engagement, Wissen und Beharrlichkeit getan. Ausgehend von einem Text der Bibel - Moses schickt zwölf Kundschafter aus, um das Land, wo Milch und Honig fließen, zu erkunden - entstand ein sogenannter Bibliolog (eine Abwandlung des sogenannten Bibliodramas) und es wurde jede Stelle des Textes verbal kommentiert. Je nach Betrachtungs- und Anschauungsweise mit Ernst, Sachlichkeit und Humor versehen.

Es zeigte sich, dass damals wie heute die Menschen die gleichen Sorgen hatten, die Sorge nach Unterkunft, die Angst vor dem Unbekannten, aber auch den Mut zum Aufbruch und zum Neuen. Dies, umgelegt auf unser heutiges Gemeindeleben, war für uns alle eine Bereicherung.

 

Der ursprüngliche Klausurtitel „Über den Jordan“ wurde wegen der wienerischen Konnotation zum Tod durch „Wanderndes Gottesvolk…“ zwar ersetzt, doch es änderte nichts daran, dass wir trotzdem „über den Jordan“ gehen mussten.

Durch Legung von Seilen am Rasen wurde der Fluss dargestellt, vier Steine ragten heraus, drei Bretter gab es als Behelf zur Überwindung des Jordan, wobei natürlich die Bretter beim Abstand vom ersten zum zweiten Stein zu kurz waren.

Dass die Überquerung nicht zum Fiasko geriet, war einerseits den Technikgenies Michael Kropatschek und Markus Raimann zu verdanken, aber vor allem den Balancekünsten von Hannah Kraus. Auch hier zeigte sich, dass mit Einzelleistungen nicht weit zu kommen ist, sondern das Zusammenspiel aller Charismen den Ausschlag zum Gelingen gibt. Was sich hier im relativ kleinen Kreis von dreizehn Personen abspielte, lässt sich auch auf ein größeres Gemeindeleben projizieren.

 

Apropos Teilnehmer:

liebe Gemeindemitglieder, so es Euch möglich ist, haltet Euch das erste Wochenende im Oktober 2019 frei. Warum? Da wird mutmaßlich die nächste Gemeindeklausur stattfinden. Ausdrücklich „GEMEINDE-“ und nicht PGR-Klausur!

 

Eine optimale Kommunikation wird es zwar nie geben, doch ich denke, dass es in den letzten Jahren nicht genug transparent publik gemacht wurde, dass jedes Gemeindemitglied daran teilnehmen kann, und nicht nur Pfarrgemeinderäte.

Es sei noch in Erinnerung gerufen, dass Hetzendorf dank des Einsatzes von Christian Kraus, einen Tipptop-Internet-Auftritt hat, mit einer Bekanntgabe von Terminen und Berichten von Ereignissen - fast in Echtzeit. Also bitte immer wieder einen Blick auf die Web-Seite der Pfarre werfen.

 

Helmut Schmidt, legendärer deutscher Bundeskanzler, postulierte einmal: „Buchhandlungen sind Tankstellen für die Seele“. Hätte er bei unserer Klausur dabei sein können, wäre eine Ergänzung um „...und manche Pfarrklausuren auch“ unumgänglich gewesen. Ein großes, dickes, fettes DANKESCHÖN an Ingrid Mohr, Pfarrer Karol und allen anderen.

GR

 

16. 10. 2016 Pfarrklausur - Die neue PGR-Ordnung und ihre Auswirkungen

17. 10. 2015 Pfarrklausur im Kardinal König Haus Wien

Ein Tag zwischen Hochschulvortrag und Spielzeugschienenlegen.

    Der ehemalige Pfarrer der Pfarre Am Schöpfwerk Dr. Roland Schwarz erzählte von Urchristengemeinden und den beiden Dimensionen unseres Glaubens an Jesus Christus: Den historischen Menschen und den in uns lebendigen Christus.

    Am Nachmittag führte Johnny Weingast die Anwesenden auf die Geleise des "Zuges, der sich Gemeinde nennt". Erlebnisse und Ausblicke kennzeichnen den Weg, den Pfarrgemeinden miteinander beschreiten, bzw. "befahren".

    Ein gelungener Tag zwischen Vortrag und Spiel, zwischen Kopf und Hand, zwischen Theorie und Praxis von Gemeinden früher und heute. CK

11. Oktober 2014 Pfarrgemeindetag in Probstdorf/NÖ

Mitten im Nebel

Nach Tagen voll der Sonne, traf sich am Samstag, dem 11. Oktober ein kleines Grüppchen zur der heurigen Pfarrgemeindeklausur am Kirchenvorplatz. Die Bewerbung der Klausur fand offenbar unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, denn so wenige waren wir schon lange nicht mehr. Doch schon Leopold Kohr formulierte seinerzeit: „Small is beautiful“, und siehe da, so ward es auch.

 

Es kam auch so, wie es kommen musste, wenn Engel reisen. Dichter Nebel verbarg den Charme der Tangente, die Weiten des Marchfeldes ließen sich kaum erahnen. Dort wo der Horizont sein sollte, waberte eine riesige weißgraue Wand auf den Feldern. Ein schöner Ausblick ist definitiv anders. Dennoch wurde das Ziel der Reise, der Klausurort, die Pfarre Probstdorf, ohne  größere Probleme erreicht. Unser Klausurbegleiter, Rainald Tippow, war schon vor Ort, fleißig werkend. Pfarrer Helmut Schüller empfing uns mit guter Laune und Kaffee. Dann ging es zum ersten Höhepunkt des Tages. Helmut Schüller erklärte uns den Kreuzweg, welcher in der Kirche - übrigens steinalt, bereits 1021 gegründet - an den Wänden präsentiert wird. Wenn der  Betrachter dabei an die Wotruba-Kirche erinnert wird, dann liegt er nicht so falsch. Denn der Erschaffer des Kreuzweges, Oskar Höfinger, war ein Schüler Wotrubas. Die einzelnen Stationen des Kreuzweges werden mit geschichtlichen Ereignissen des Ortes in Zusammenhang gebracht, und mit „beeindruckend“ eigentlich nur unzulänglich beschrieben.

 

Nach diesem, Neudeutsch „Highlight“ genannt, ging es zurück in die Niederungen des Alltags, sozusagen zur Knochenarbeit. Die Thematik war schlicht und einfach: wohin führt der Weg der Pfarre. Wobei bewusst darauf Wert gelegt wurde, das Thema der diözesanen Strukturgestaltung nicht zu berücksichtigen. Denn da ja kaum wer weiß, wie das Ergebnis der selbigen ausschauen wird, wollten wir uns auch das dazu notwendige „was wäre, wenn...“-Spiel ersparen. Es galt zunächst einmal herauszufinden, was unter dem Begriff „Pfarre“ verstanden wird. Ist es ein Ort der Tradition, ein Ort des Lebens christlicher Werte, ein Ort der Gemeinschaft und der Freunde, oder ganz einfach Heimat. Natürlich kann das alles zusammen gesehen werden, aber jeder der Teilnehmer mussten sich für einen der angeführten Begriffe entscheiden. Das Ergebnis war nicht unspannend, denn es zeigte, dass Hetzendorf mehr oder weniger das gleiche Ergebnis wie andere Pfarren auch erzielte. Schwerpunkt war Ort der Gemeinschaft und der Freunde.

 

Um Wege für die Zukunft zu finden, galt es auch zu artikulieren, bzw. definieren aus was besteht denn die Gemeinde überhaupt? Aus der Summe ihrer Mitglieder, der Sonntagsliturgie, aus dem Pfarrcafé? Dass da so einiges an Vorschlägen, Ideen und Aha-Erlebnissen, wie „was, das haben wir auch?“ zusammen kam, war zu erwarten, die mehr als rege Beteiligung daran ist als positives Zeichen anzumerken. In einem Rückgriff und Besinnung auf Gaudium et spes wurden wir von Rainald Tippow dazu angehalten,  Freude, Hoffnung, Trauer, Angst im Zusammenhang mit dem Pfarrleben zu artikulieren. Auch hier zeigte sich wiederum, dass wir uns nicht wesentlich von den Ängsten und Sorgen, sowie den Hoffnungen anderer Gemeinden unterscheiden. Als Beispiel für Hoffnung sei die Vielfältigkeit der Hetzendorfer, aber auch Papst Franziskus angegeben. Für Freude steht die rege Teilnahme an den Kinderwortgottesdiensten. Trauer machen u.a. die Fernbleibenden, jene die uns nicht auffallen, und bei der Angst haben wir sie wieder: die Strukturreform, aber auch das „Überbleiben“ im Alter.

 

Nach all dieser geistigen Schwerarbeit, war die Notwendigkeit einer Nahrungsaufnahme dringend gegeben, und so wurde im Nachbarort das Gasthaus aufgesucht. Dieses hieß Breineich, der Reim auf „steinreich“ war zwar zwingend, jedoch nicht durch unser Häuflein bedingt. Die Küche war deftig, das Bier war gut gezapft – so eine Pfarrklausur hat auch schöne Seiten. Da auch eine Mittagspause einmal enden muss, ging es am Nachmittag auf Basis des am Vormittag erarbeiteten Stoffes munter weiter. Munter im Sinne von „wie geht’s weiter“, was ist zu tun. Als Unterlage wurden uns zwei Varianten einer zukünftigen Entwicklung der Pfarre in die Diskussion mitgegeben.

Da war einmal zunächst das Modell „fresh expressions of church“, so werden in Großbritannien Gemeinden benannt die missionarisch, charismatisch Jüngerschaft und Kirchenbildung betreiben. Für Hetzendorf geeignet? Eher schwer vorstellbar (Meinung des Verfassers). Da wäre das Modell einer innovativen Kirche, die für ein kraftvolles Gotteslob, stärkende Kleingruppen und diakonisches Engagement steht, schon eher vorstellbar. Zumindest in Ansätzen bewegen wir uns auf diesem Weg.

 

Natürlich haben wir keine Patentlösung für die Zukunft gefunden. Wir waren uns aber einig, dass es vieler kleiner Schritte bedarf, um etwas Neues, vielleicht auch Großes, zu schaffen. Angefangen von der Schaffung von Glaubensplätzen durch die Pfarre, der bestehenden Notwendigkeit Caritas auszuüben, und damit verbunden das Erkennen von Notsituationen, um helfen zu können. Eine selbst gestaltete Zukunft ist auch mit der ständigen Suche nach neuen Glaubenszugängen verbunden. Charismatische Glaubenszugänge werden es wohl nicht sein, daher lässt sich die Frage, wie lässt sich Glauben dennoch ausdrücken, nicht vermeiden. Aber an eines sollten wir uns halten, nämlich an die nachstehenden Worte von Papst Franziskus:

 

„Jede beliebige Gemeinschaft in der Kirche, die beansprucht in ihrer Ruhe zu verharren, ohne sich kreativ darum zu kümmern und wirksam daran mitzuarbeiten, dass die Ärmsten in Würde leben können und niemand ausgeschlossen wird, läuft die Gefahr der Auflösung, auch wenn sie über soziale Themen spricht und die Regierungen kritisiert. Sie wird schließlich leicht in einer mit religiösen Übungen, unfruchtbaren Versammlungen und leeren Reden heuchlerisch verborgenen spirituellen Weltlichkeit untergehen.“ (Evangeli Gaudium 207)

 

Als der Tag dann zu Ende ging, war die Sonne wieder da. Zwar schon untergehend, aber den wilden Wein am Pfarrhaus in unglaublichen Rotschattierungen tauchend. Ja, wenn Engel reisen..., und die Kürbisse, am Straßenrand zum Verkauf feil geboten, hielten auch, was ihr prachtvoller Anblick versprach: Sie waren schlicht und einfach köstlich.

Günther Reisenauer