Seelsorger in Hetzendorf ab 2020

Mag. Mikolaj Nawotka

Liebe Gemeindemitglieder und Freunde unserer Pfarre!

 

Heute ist es zum ersten Mal, dass ich mich an Sie wende, denn nach dem Abgang von Pfarrer Karol wurde ich von unserem Herrn Kardinal beauftragt, unsere Pfarre seelsorglich zu betreuen. Er hat mich mit 1. Sept. 2020 zum Pfarrprovisor für Hetzendorf, mit Vollmachten und Befugnissen eines Pfarrers, ernannt. Die beiden Kapläne Dr. Jozef Fekete und Bacc. Dinto Plackel werden mich dabei unterstützen. Meine beiden Mitbrüder und ich sind im priesterlichen Dienst auch in den Pfarren Altmannsdorf und Am Schöpfwerk tätig. Herr Kaplan Jozef wird in unserem Pfarrhaus in Hetzendorf wohnen.

 

Jede Änderung in der Pfarre bringt vieles mit sich: Sorgen, Fragen, aber auch Hoffnungen und neue Chancen auf ein immer mehr gelungenes, dynamisches Pfarrleben. Daraus können Vertrauen und Freude zwischen uns allen wachsen. In diesem Geist möchte ich mit meinen Mitbrüdern den Dienst in der Pfarre Hetzendorf beginnen. Ich freue mich auf jede Begegnung mit Ihnen und auf unseren gemeinsamen Weg. Dabei sind für mich das stetige Wachsen in der Beziehung zu Gott, die persönliche Begegnung mit IHM in seinem Wort, in der Eucharistie und in den anderen Sakramenten und herzliche Verbundenheit und Offenheit im Gemeindeleben von besonderer Bedeutung.

 

Mein Lebenslauf: 1964 in Gdynia (Gdingen) in Nord-Polen geboren, 1990 Priesterweihe in Krakau, 5 Jahre Kaplan in Polen; seit 1995 in der Diözese Wien tätig (8 Jahre in St. Severin in Wien 18; seit 2003 Pfarrer in Altmannsdorf, seit 2015 zusätzlich Am Schöpfwerk; seit 10 Jahren Dechant im Dekanat Wien 12)

Mit herzlichen Grüßen und Segenswünschen

Ihr Pfarrer Nikolaus

(Mag. Mikolaj Nawotka)

 

PS: Ich danke auch Herrn DI Bernhard Karri für die Unterstützung bei Finanz- und Verwaltungstätigkeiten, denn er ist seit 1. Sept. geschäftsführender Vorsitzender des Vermögensverwaltungsrates.

Pfarrer Mikolaj Nawotka in Hetzendorf vom 5.+6.9.2020

Fotos: CKraus

Kaplan Jozef Fekete

Ein Jozef

„Wer bin ich?“ fragt Mose in dem Buch Exodus. Und wir wissen, wer er war. Woher? Die Bibelgeschichte selber ist das Zeugnis über sein Leben und seinen Weg.

 

Und wer ist „Ein Jozef“? Meine Eltern können bezeugen: der lang erwartete Bube wurde ihnen als Erstgeborener am Ende des Jahres 1966 in Prešov, Slowakei, geschenkt. Meine geduldigen Lehrerinnen und Lehrer aus der Grundschule und dem Gymnasium in Prešov sagten dazu: Ja, wir erinnern uns an ihn.

 

Als Ministrant habe ich auch einige Spuren in der Kirche der Franziskaner Väter in Prešov hinterlassen, obwohl ich verstohlen verraten muss, dass ich nie ein Ministrant werden wollte. Warum? Weil ich damals dachte, dass Ministrant zu werden eine große Gefahr für den Rest meines Lebens bedeutete, da angeblich jeder Ministrant wohl oder übel Priester werden musste. Trotzdem: es ist dem lieben Gott gelungen, mich zu überzeugen. Ein Beweis für mich, dass es doch den Allmächtigen gibt. ☺

 

Nach der Vorbereitung am diözesanen Seminar in Bratislava wurde ich 1990 geweiht. Inzwischen in der Untergrundkirche, war ich in die Gesellschaft Jesu eingetreten. Eine gute Entscheidung, die meinen Priesterweg und Priesterdienst entscheidend beeinflusst hat. Es folgten die Jahre des Studiums des Kirchenrechtes in Rom und die Doktorarbeit in Philosophie in München. Ich hatte und habe die Philosophie gern - glaubend, dass auch sie mich mag! Und unsere Freundschaft hat sich dadurch besiegelt, dass ich jahrelang Philosophie unterrichtete.

 

Der Schwerpunkt meiner priesterlichen Tätigkeit lag viele Jahre vor allem im Dienst der pastoralen Begleitung von Studenten. Stunden, in denen ich Beichte hörte, Gespräche begleitete, ich hörte von den Dramen und Freuden der Leute, begleitete persönlich gegebene Ignatianische Übungen (Exerzitien), war Zeuge, Freund, Begleiter, Vater, Bruder von denen, die mir der „Gott der Überraschungen“, auf ihrem, aber auch meinem Weg des Wachsens in Ihm, gesandt hat.

 

Dabei habe ich tausende Kilometer zu Fuß bewältigt, da ich es sehr gern habe, wenn ich den angedeuteten Dienst beim Zufußgehen vollziehen kann. Der Bewegung der Seele entspricht die Bewegung des Körpers. Glauben Sie mir nicht? Sie können es probieren, wir können es zusammen probieren! Wir sind die Ecclesia peregrinans, d. h. „Gottesvolk unterwegs“, oder genauer gesagt: „Die Kirche auf ihrer Pilgerschaft durch die Zeit“.

 

Und ich glaube, hoffe und wünsche es mir in meinem priesterlichen Herzen sehr, gerade das möge mein Beitrag und Geschenk unter Ihnen Am Schöpfwerk, in Hetzendorf und in Altmannsdorf sein. „Buen Camino!“ (Guten Weg!) pflegen die Pilger auf dem Jakobsweg einander zu wünschen. Also „Buen Camino!“ auf unserem gemeinsamen Weg mit Christus, auf dem Weg, der Er selber ist.

Kaplan Jozef Fekete

 

Anm. d. Red.: Kaplan Jozef Fekete wohnt ab sofort in Hetzendorf und wird unsere und die Gemeinden Altmannsdorf und Am Schöpfwerk als Kaplan pastoral begleiten. Die Leitung der Seelsorge übernimmt Pfarrer Mag. Mikolaj Nawotka bis ein neuer Pfarrer für den gesamten Pfarrverband (Hetzendorf, Altmannsdorf, Am Schöpfwerk und Namen Jesu) gefunden ist.

Kaplan Jozef Fekete in Hetzendorf vom 5.+6.9.2020 mit Pfarrer Mikolaj Nawotka

Fotos: CKraus

Kaplan Dinto Jose Plackel

Die Pfarre ist jetzt meine Familie!

 

Vater Jose und Mutter Annie, die Eltern von unserem neuen Kaplan Dinto Jose Plackel, leben in Indien im Bundesstaat Kerala. Zu dieser Familie gehören noch sein Bruder Dibin mit dessen Frau Asha und die Kinder Agnes, Aloisius und Alexious. Das ist die Ursprungsfamilie von Kaplan Dinto.

 

Bei der Taufe erhielt er zusätzlich den Namen Anthony. Außer der Muttersprache Malayalam und der Amtssprache Hindi beherrschte er bald auch Englisch als  internationale Sprache. Nach der Priesterweihe am 2.1.2012 war er für 4 Jahre Kaplan und für 3 Jahre Pfarrer in einem  nderen Bundesstaat mit anderer Sprache für die Malayalam-Gemeinde.

 

Weil zu jeder Gemeinde ein eigener Friedhof gehört, wurde mit seiner Hilfe auch dort einer errichtet. Neben der intensiven Seelsorge widmete sich Kaplan Dinto noch den Bachelor-Studien in Philosophie und Theologie, dem Master-Studium in Psychologie und er erlernte die deutsche Sprache. Am 31.12.2018 kam Kaplan Dinto in Österreich an und ab 1.1.2019 war er Aushilfskaplan in der Pfarre Reindorf. Auch in anderen Pfarren war er als Aushilfspriester begehrt.

 

So feierte er in Prottes bei Gänserndorf allein die Gottesdienste in der Karwoche. In den Monaten Juli und August sprang er an Samstagen und Sonntagen in verschiedenen Pfarren im Weinviertel als Vertretung ein. Den ersten spürbaren Unterschied zu seinem Heimatland erlebte Kaplan Dinto sofort bei seiner Ankunft in Schwechat. Herrschte in Kerala noch tropisches Klima, so war er am 31.12.2018 gleich der Härte des österreichischen Winters ausgesetzt. 

 

Eine große Umstellung brachte auch der Unterschied im Alltag eines Priesters in Wien zu dem in Kerala mit sich. So war er es gewohnt, die Familien seiner Heimatpfarre mehrmals im Jahr zu besuchen um das Haus zu segnen, den Rosenkranz zu beten und um allfällige Probleme zu besprechen. Die Pfarre war seine Familie. 

 

Die Dimensionen hinsichtlich Anzahl von Pfarrangehörigen und von hl. Messen lassen sich kaum vergleichen. In der Kathedrale seiner Heimatpfarre St. Thomas in der Diözese Irinjalakuda werden für die dort lebenden 4000 Familien wochentags 5 und sonntags 8 hl. Messen gefeiert.

 

Daher plant Kaplan Dinto zunächst unsere Kultur kennenzulernen. Da er offen und herzlich auf die Menschen zugeht und die deutsche Sprache recht gut beherrscht, wird die Kommunikation kein Problem sein. Wir können also voll Zuversicht auf ein gemeinsames Zusammenleben mit unserem neuen Mitglied in der Pfarrfamilie schauen.

Romy Höller(Pfarre Altmannsdorf)

Erster Sonntagsgottesdienst von Kaplan Dinto Plackel in Hetzendorf vom 27.9.2020

Fotos: CKraus